Sunday, 7. june 2009 7 07 /06 /Juni /2009 11:21
Hab' ein Haar von Dir gefunden,
wie's her kam, weiß ich genau.
War tief im Bettzeug verschwunden,
zwei Sekunden warst Du meine Frau.

Jetzt atmen die Möbel noch einen Hauch
Deines Wesens, der Art, wie Du bist -
Deiner Freude und Deines Kummers auch,
während Du mich langsam vergisst.

Ich hab' das Haar zu den Dingen getan,
die mir von Dir noch blieben.
Manchmal träum' ich im Tränenwahn,
dass wir uns immer noch lieben.




Satyr trifft Sappho
50 x 70 cm
Dezember 2008
von Karl W. Blaenkle
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Tuesday, 28. october 2008 2 28 /10 /Okt. /2008 19:11
Mein Freund liegt auf den Tod.
Mir klingt ein schaler Hall
von Scherz und Lachen.
Nun liegst Du da, im Hirne schon gestorben,
die Hauteshülle bleich und klein.

Verletzlich dort, wo immer Deine Stärke lag -
Du hast Dich nie besiegen lassen
durch diesen Krebs und Scheinerlei war nie Dein Ding.
Vorwärts schautest Du,
Du Findelkind aus Ostgebieten.

Alleine, wie Du lebtest, gingst Du auch,
Du Freund, der nun im Tode liegt.

"Mach's gut !" würd' ich Dir gern entgegen brüllen,
"hau doch ab !", Du hast den Deinen Teil getan.

Rudolf - ich werd' die Lücke schon zu füllen wissen.
Muss nur den Spachtelkleister finden,
der mir hilft dies tiefe Loch zu schließen
dass Du jetzt aufgerissen hast.
Der Karl winkt zu Dir hin - der andren Seite her . . .



          Kardinalsböffchen
          ca. 50 x 70 cm
          Acryl auf Glas
          Februar 1996


von Karl W. Blaenkle
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Wednesday, 22. october 2008 3 22 /10 /Okt. /2008 12:15
Keine Lichter draußen
Kein Funkeln mehr im Ewiglicht
Regen geht den Herbst entbrausen
Bäume zeigen blank Gesicht

So bunt, so schön, so stolz
Zeigend aller Menschen Gram
Wind pfeift über nasses Holz -
Pracht - windest dich vor Scham



        Horrible Doll
        ca. 25 x 25 cm
        Acryl auf Glas
        Juni 2005
von Karl W. Blaenkle
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Tuesday, 14. october 2008 2 14 /10 /Okt. /2008 19:35
Dann hätt' ich meine Hand
Auf Deinen Bauch gelegt, mein Ohr dazu.
Horchen, was Dich innerlich bewegt.
Die andre Hand würd' suchen Deine Brust.

Um zu merken, ob
ich zur Erregung einer vollen Frau
noch fähig bin in alten Mannestagen.
Und jede Antwort wär mir recht.
Und wenn Dein Weibesleib sich winden würde,
könnt' machtvoll ich erwidern,
was alles stark an Antwort wär -
es wär ein "Du", und das ausschließlich.

Im Tagtraum fühlt' ich mich begehrt,
ein einzig freier Mensch.
Indem ich gebe, nehme ich,
indem ich freie, fühl' ich mich befreit.

Dann läge meine Hand
Auf Deinem Bauch, mein Ohr dazu.
Horchen, wo das Glück denn wohnen mag.
Die andre Hand würd' suchen Deine Brust.

Suchen, wo Dein pochend Leben ruht.
Entdecken, wo die Haut
in Hitze sagt: "Du bist der meine".
Wo Dein Zittern ein Ergebnis ist.




             Zwei Mondäne
             ca. 40 x 60 cm
             Acryl auf Glas
             Juni 2005
von Karl W. Blaenkle
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Sunday, 12. october 2008 7 12 /10 /Okt. /2008 17:44
Es schmeckte nicht, ich trank
vom roten Wein aus Kugelglas.
Mir wurd' der Gaumen überkrank,
als ich in Deinem Antlitz las.

Ein Lächeln lag darin.
Es galt nicht mir.
In Dir war alles Übersinn.




            Die helle Wiese
            ca. 40 x 60 cm
            Acryl auf Glas
            September 2008




von Karl W. Blaenkle
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